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Fibromyalgie

Beschreibung

Muskuläres Rheuma, Muskelentzündungen, Fibromyalgie

„Alle Muskeln tun weh“. So oder so ähnlich würde eine Patientin diese Krankheit beschreiben. In der Mehrheit sind Frauen betroffen. Die Krankheit kann schon in jungen Jahren auftreten, zumeist aber im mittleren Lebensalter und später. Alles tut weh. Das ist die typische Antwort auf die Frage nach den Schmerzen. Denn überall am Körper sind Muskeln. Und diese Muskeln sind entzündet und schmerzen.

Zu allem Überdruss kann oft kein Arzt irgendetwas Konkretes finden. Eine solche Krankheit ist die Fibromyalgie. Dieses Wort beschreibt nichts anderes als das Erscheinungsbild der Erkrankung und setzt sich zusammen aus den Fibern von Muskeln und Sehnen (Fibro-), den Muskeln (-my-) und dem Hauptsymptom Schmerz (-algie). Bei den wenigsten Muskelentzündungen kennt man die Ursache. Der Rheumafaktor ist unauffällig. Alle Blutuntersuchungen, Röntgen, ja sogar Gewebeproben bleiben unauffällig. Das Charakteristikum der Fibromyalgie ist, daß kein Beweis für die Krankheit zu finden ist. Die Medizin ist noch nicht so weit. Nur der Arzt, der ausreichend oft mit Fibromyalgie zu tun hatte, kann aus seiner Erfahrung die Diagnose stellen. Ein weiteres Charakteristikum der Fibromyalgie ist daher leider, daß die Umgebung den Patienten für einen Simulanten hält. Bis der Patient einen in dieser Sache erfahren Arzt findet. Das Krankheitsbild ist nicht so häufig, daß alle Ärzte es hinreichend oft gesehen hätten.

Typischerweise geht die Fibromyalgie mit großer Erschöpfung und mangelnder Belastbarkeit einher. Kein Wunder, bei einer Erkrankung, die die ganze Muskulatur entzündet. Typisch ist der nicht erholsame Schlaf der Betroffenen. Das verschlimmert die Erschöpfung. Arbeits- und Leistungsunfähigkeit sind die Regel. Das macht es dem Kranken in seiner Umgebung zusätzlich schwer.

Ein weiteres Charakteristikum ist die oft begleitend auftretende Depression, die sich manchmal vor allem in Niedergeschlagenheit und vermehrten Ängsten zeigt. Da die Fibromyalgie auch die inneren Organe, vor allem die Verdauung und das Herz erfasst, können auch dort Beschwerden auftreten. Oft geht die Fibromyalgie auch mit vermehrtem Schwitzen einher. Der ganze Stoffwechsel scheint anders. Manchmal können die Erschöpfung und die Depression auch noch vor Ausbruch der eigentlichen  Muskelschmerzen auftreten. Dann ist die Diagnose einer muskelrheumatischen Erkrankung besonders schwer. Gelegentlich ist die Diagnose Fibromyalgie erst aus dem Verlauf mit dem Auftreten der Muskelschmerzen zu stellen. Die Betroffenen werden gerne als psychiatrische Fälle verkannt.

Kommen wir zum letzten Charakteristikum der Fibromyalgie und mancher anderen muskelrheumatischen Krankheit. Dieses Charakteristikum lautet: Nichts hilft. In der Tat spricht die Fibromyalgie und verwandte Erkrankungen oftmals nur sehr wenig auf Medikamente an, die bei anderen Erkrankungen am Bewegungsapparat helfen. Solange die Diagnose nicht steht, macht das die Umgebung zusätzlich mißtrauisch. Patienten mit dieser Erkrankung gehören nach meiner Erfahrung zu den am häufigsten missverstandenen Patienten überhaupt. Trotzdem gibt es hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten. Allerdings ist die Behandlung sehr individuell und langwierig. Die Krankheit ist nicht tödlich und nicht invalidisierend, jedoch zerstört sie durch die Unerträglichkeit des Seins auf Dauer das Leben der Betroffenen. Eine Ausheilung ist möglich.

 

Behandlungsverfahren für Fibromyalgie

Termine
Februar 2017